»sie sehen bezaubernd aus...« eröffnet mark twain das gespräch mit seiner tischdame, die darauf schroff erwidert: »leider kann ich ihnen das kompliment nicht zurückgeben...!« darauf er: »trösten sie sich madame... machen sie es so wie ich – lügen sie!«

lüge ist ein individuelles und gesellschaftliches phänomen, so alt wie die menschheit selbst. wir sind es gewohnt, die lüge aus moralischer sicht zu betrachten. doch sie lässt sich auch psychologisch, philosophisch, soziologisch und ästhetisch bewerten.

die aktuelle zuspitzung von lügnerischen praktiken in der politik und wirtschaft, die verlogenheit im sozialen umgang, die frage, warum belügt man sich selbst, haben mich dazu bewogen, dieses thema näher zu betrachten. gerade im zeitalter der wissens- und informationsgesellschaft ist es notwendig, doch zugleich auch schwierig, die manipulation von wahrheiten zu ergründen. lüge lässt sich oft schwer identifizieren, weil sie sich selten offen zu erkennen gibt. doch beeinflusst sie den menschen beträchtlich in seinen handlungen, einstellungen und entscheidungen.

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